Jede vierte Mietwohnung in Düsseldorf ist überteuert

Am 18. November 2022 hat der Mieterverein Düsseldorf eine Studie veröffentlicht, in der mehr als 20.000 Online-Wohnungsinserate ausgewertet wurden. Dabei kam heraus, dass in Düsseldorf die ortsübliche Vergleichsmiete bei 13,5 % der online inserierten Wohnungen um mehr als 20 Prozent überschritten wurde. Stadtbild Düsseldorf 2021Liegen die entsprechenden Angebote um mehr als 50 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete, spricht man von Mietwucher. Dies war bei 2,6 Prozent der ausgewerteten Angebote der Fall.

Die Studie „Die Mietpreisbremse am Düsseldorfer Wohnungsmarkt“ kann auf der Website des Mietervereins Düsseldorf e. V. heruntergeladen werden.

Interessanterweise hat die Stadt Düsseldorf im Vorfeld der Veröffentlichung eine ausführliche Pressemitteilung herausgegeben, in der dargelegt wird, was bereits getan wird, um die Düsseldorfer mit bezahlbarem Wohnraum zu versorgen. Inzwischen hat auch die Rheinische Post über die Verstöße gegen die Mietpreisbremse berichtet.

Informationstag zum Thema „Gemeinsam wohnen“ am 6. November 2022

von Peter Baaken

Wie bereits in den vergangenen Jahren nutzten auch am Sonntag viele Menschen aus Düsseldorf und Umgebung die Gelegenheit, sich über die vielfältigen Wohnformen und Wohnprojekte in der Stadt Düsseldorf zu informieren. An verschiedenen Informationsständen konnten die Besucherinnen und Besucher mit den Initiatoren von Wohnprojekten sowie Fachleuten rund ums Wohnen in Kontakt kommen. Darüber hinaus gab es einige interessante Vorträge u. a. zum Thema Stadtplanung in Düsseldorf.

Erstmals seit Ausbruch der Corona-Pandemie hat unser Verein wieder an dieser Veranstaltung teilgenommen. Am WIG-Stand herrschte zeitweise reges Treiben. Im Vergleich zu den Informationstagen der vergangenen Jahre konnten wir den interessierten Menschen diesmal neben der Entwicklungsgeschichte unseres Vereins mit ihren Höhen und Tiefen auch über den teilweise „krönenden Abschluss“, nämlich die inzwischen erfolgten Einzüge von Vereinsmitgliedern in das Quartier Ulmer Höh` Süd, berichten.

Einige der interessierten Besucher und Besucherinnen haben die Gelegenheit genutzt, ihre eigenen Geschichten zum Thema Wohnen zu erzählen. Da gab es zum Beispiel Interessierte, die ein Genossenschaftsprojekt realisieren wollen oder eine Mutter, die für ihr erwachsenes Kind mit Beeinträchtigung eine passende Wohnform sucht. Einige Besucher haben sich gleich in die Interessentenliste für Informationen zu unserem Verein eingetragen.

Unser Dank gilt besonders den Vereinsmitgliedern, die sich aktiv an der Vorbereitung und Durchführung dieser gelungenen Veranstaltung beteiligt haben.

Besuch aus Japan – Forschung zum Thema „Mehrgenerationen-Wohnprojekte“

Besuch aus Japan – Prof. Masayuki Sato von der japanischen Waseda-Universität in Tokorozawa City, Japan, forscht zum Thema „Mehrgenerationen-Wohnprojekte“ und informierte sich aus diesem Anlass auch bei WIG e.V.

Am 23. August 2022 trafen sich Marlene Utke und Dr. Ulrich Rosenberger mit Professor Masayuki Sato von der renommierten japanischen Waseda-Universität im gemütlichen „Shari´s Kitchen“ in der Collenbachstraße. Professor Sato forscht zum Thema „Mehrgenerationen-Wohnprojekte“ und recherchiert derzeit zu diesem Thema auch in Deutschland. Vorbereitet wurde das Thema von Konstantin Plett. Er ist Doktorand am Institut für Modernes Japan der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und war uns und Professor Sato kundiger Dolmetscher.

In lockerer Atmosphäre und bei bunten Säften, Kaffee und Kuchen lernten wir uns kennen und wurden von Herrn Prof. Sato mit dem bekannten grünen Sencha-Tee beschenkt. Dann wurde es inhaltlich und wir berichteten über den Werdegang der WIG von einer Wohninitiative zum Verein sowie über die Entstehung und Umsetzung unseres Wohnprojekts. Das hat sich über die Jahre aus einer Gruppe überwiegend älterer Menschen zum Mehrgenerationenprojekt mit Bewohnerinnen und Bewohnern von 1 bis 80 Jahren entwickelt.

Professor Sato interessierte sich besonders für die Strukturen bei der Planung und Realisierung von Wohnprojekten in Deutschland und wir erklärten die Verbindungen zwischen der kommunalen Wohnungspolitik, dem öffentlich geförderten Wohnungsbau und privaten Bau- und Immobilienunternehmen als Investoren, Bauträgern und Vermietern. Im Unterschied zu Deutschland liegt in Japan die Realisierung solcher Bauprojekte überwiegend in privater Hand.

Wir zeigten auch die für Mietwohnprojekte charakteristischen „Komplikationen“ in diesem Spannungsfeld auf, z.B. unerwartete, schwer durchschaubare Kostensteigerungen für die künftigen Bewohner und die daraus resultierenden negativen Auswirkungen auf die Stabilität der Wohnprojektgruppe. Außerdem sprachen wir über die Schwierigkeiten bei der Schaffung eines Gemeinschaftsraums – ein für uns immer noch nicht abgeschlossener Prozess,

Auf großes Interesse stieß auch unsere Darstellungen der mannigfaltigen sozialen und kulturellen Aktivitäten im Verein, besonders im Hinblick auf unsere Beteiligung an den Entwicklungsprozessen im neuen Wohnquartier „Ulmer Höh“. Hier konnte Herr Prof. Sato filmisches Anschauungsmaterial beisteuern, in dem beispielsweise gezeigt wurde, wie japanische Seniorinnen und Senioren in ihrer Wohneinrichtung einen Kiosk für Kinder betreiben.

Nach angeregter Diskussion und vielen interessierten Fragen spazierten wir dann über den Spichernplatz zur Ulmer Höh´ und besichtigten drei Wohnungen verschiedener Größen von Wiggies, die gerade eben erst eingezogen waren. Neben lobenden Worten zu den Gebäuden und den Wohnungen erwähnte Prof. Sato auch mit Augenzwinkern, dass ihn auf den Balkonen eine gewisse Höhenangst beschleiche. Denn diese Bauweise sei in Japan aufgrund der Erdbebengefahr gar nicht möglich und nicht erlaubt und somit für ihn ganz und gar ungewohnt.

Nach drei anregenden Stunden, die wie im Flug vergangen waren, war es an der Zeit Abschied zu nehmen. Es wurde vereinbart, die Kontakte aufrecht zu erhalten. Wir sind gerne bereit, über die weitere Entwicklung unseres Wohnprojektes zu informieren und unsere Erfahrungen mit dem gemeinsamen Wohnen weiterzugeben.

Frühlingserwachen im Nordpark

Boule spielen im Nordpark - WIG - Wohnen in Gemeinschaft - Leben auf der Ulmer Höh e. V.Ein wunderschöner Frühlingstag
war dieser Boule-Nachmittag!
Jedes Mitglied, das es mag,
dem das Boulen eben lag
traf sich Freitag dort im Park.

Im Nordpark, wo die Blumen blühten
ein farbenfrohes Bild zu hüten.
Narzissen gelb und weiß so nett
und Krokusse auch violett.

Boule spielen im Nordpark - WIG - Wohnen in Gemeinschaft - Leben auf der Ulmer Höh e. V.Auch die Magnolienblüten standen
in voller Pracht und manche fanden
davor, darunter voller Staunen
die Gabe Natur auch ohne Launen.

Am hellblauen Himmel stand die Sonne,
die Kugeln rollten, welche Wonne.
Ein mancher war auch recht geschickt,
wo andere häufig nur genickt.

Die Kugel tanzte und flog und rollte.
Doch einer aus dem Kreise wollte
die Kugel in besonderer Weise
zur Geltung bringen auf der Reise.

Auf der Reise bis zum Ziel
bevor sie auf die Erde fiel,
ließ er sie schweben völlig frei,
als wäre sie nicht schwer wie Blei!

Boule spielen im Nordpark - WIG - Wohnen in Gemeinschaft - Leben auf der Ulmer Höh e. V.Wer es nicht glauben wollen kann,
der lege sich nicht mit mir an,
bevor er nicht das Bild gesehen,
das zeugt davon – genau besehen!

Und die Moral von der Geschichte,
die steht längst schon in diesem Gedichte.
Wer das Boule-Spielen wirklich kann,
der kann auch zaubern dann und wann!
GML 2022

Weihnachten 2021

Wenn
es
Weihnachten
wird

Lacht ein frohes Kind
weht auch ein frostiger Wind
und es ist bitterkalt –
ist es Weihnachten bald!

Freuen sich alle sehr
auf Geschenke und mehr:
Scheint ein heller Stern
aus der Himmel Fern

strahlt in dunkler Nacht
gegen der Finsternis Macht!
Und ins traurig Gemüt
klingt ein warmherzig Lied
bis in die Krankenkammer
mildert bald den Jammer
lässt die Tränen versiegen
und die Sorgen zerstieben.

Rieselt dann auch der Schnee
lautlos, sanft aus der Himmels Höh
rufen die Engelein all
mit himmlisch herrlichem Schall:

Lasst Eure Freude nicht vergehen
und die Hoffnung dazu bestehen
Und zu der Weihnachtstage Feste
Gesundheit, Liebe und das Allerbeste.

GML 2021  zu  Weihnachten

Gemeinschaft ist (doch) möglich – Eine virtuelle Weihnachtsfeier

GML   Gemeinschaft ist (doch) möglich – jedenfalls per Videoschaltung. Fragte ich noch tags zuvor, wie die Planung für die virtuelle Weihnachtsfeier aussieht so stellte ich fest, dass durch Ulrich  professionelle, weil kaum merkbare, interaktionelle  Führung durch den Abend und das Zusammenspiel verschiedener Inputs der TeilnehmerInnen es ohne starres Regelwerk zu einem wunderbaren Abend wurde. Mit zusätzlicher Unterstützung von Heide, die unter anderem denen half, die die Einwahl nicht schafften – dazu gehörte ich selbst – kam es schnell zu einem Potpourri von kunstvollen und unterhaltsamen Beiträgen.

Neben Klavierspiel sowie Lesungen von eigenen und favorisierten Gedichten und Erzählungen gab es einen lockeren, sehr angeregten  Austausch über Selbst-Erlebtes und  eigene Situationsbeschreibungen. Dass man/frau sich tatsächlich so wohl fühlen kann auf einer Feier, die nur virtuell stattfand, die eindeutig trotz der nachweislichen Distanz (jeder saß ja allein zu Hause an seinem Bildschirm) so angenehm gemeinschaftlich empfunden werden konnte, müsste meines Erachtens einmal extra zur Diskussion gestellt werden, weil die modernen Medien ja unser aller Zukunft bestimmen werden.

Was ist eigentlich geförderter Wohnungsbau?

Die Wohnungsfrage war schon immer eine der zentralen sozialen und politischen Fragen. Mittlerweile ist dies auch bei den politischen Akteuren wieder so weit in den Vordergrund gedrungen, dass keine politische Partei und keine Regierung an schlüssigen Antworten mehr vorbeikommt. Vor allem in den städtischen Ballungsgebieten haben nicht nur Menschen mit geringem Einkommen, sondern auch viele Haushalte mit normalen Einkommen Schwierigkeiten, ausreichenden und bezahlbaren Wohnraum zu finden.

Neben dem immergleichen Mantra „Bauen, bauen, bauen …“ rücken daher die Bezahlbarkeit und die Verfügbarkeit von Wohnungen und damit die Bedeutung des öffentlich geförderten Wohnungsbaus wieder stärker in den Vordergrund. Am Beispiel der Landeshauptstadt Düsseldorf kann sehr gut veranschaulicht werden, wie viele Menschen davon betroffen sind.

In Düsseldorf gibt es ca. 360.000 Haushalte. Davon haben schätzungsweise etwa die Hälfte, also ca. 180.000 Haushalte, einen Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein und damit auf eine öffentlich geförderte Wohnung. Demgegenüber stehen lediglich noch ca. 15.000 geförderte Wohnungen. Jedes Jahr fallen weit mehr Wohnungen aus der Mitpreisbindung heraus als neue dazukommen.

Die Stadt Düsseldorf hat darauf mit dem Handlungskonzept für den Wohnungsmarkt reagiert, das 2013 verabschiedet und 2016 angepasst wurde. Stadtbild Düsseldorf 2021Darin ist unter anderem festgelegt, dass bei größeren Wohnungsbauvorhaben mindestens 20 und bis zu 30 % öffentlich geförderte Wohnungen entstehen müssen und mindestens 10 bis zu 20 % preisgedämpft sein sollen. Derzeit sind Bestrebungen im Gang, diese Zahl noch zu erhöhen auf mindestens 50 % gefördert oder preisgedämpft, davon mindestens 30 % gefördert. Die Abstimmung darüber im Stadtrat ist für Anfang 2022 geplant.

Wir stellen im Verein immer wieder fest, dass viele Menschen nicht wissen, was unter gefördertem oder preisgedämpftem Wohnungsbau eigentlich zu verstehen ist und welche Grundlagen und Mechanismen zum Tragen kommen.

Geförderter Wohnungsbau – Was ist das eigentlich?

Bei öffentlich geförderten Wohnungen, häufig auch als Sozialwohnungen bezeichnet, erhält der Vermieter eine staatliche Förderung (Zuschüsse, zinsgünstige Darlehen etc.) für den Bau öffentlich geförderter Wohnungen oder die Umwandlung in eine geförderte Wohnung. Dafür verpflichtet er sich, die Wohnung zu einem festgelegten Preis zu vermieten, der deutlich unter den Mieten auf dem sog. freien Wohnungsmarkt liegt. Außerdem darf die Wohnung nur an Interessenten mit einem Wohnberechtigungsschein vermietet werden.

Den Wohnberechtigungsschein (kurz: WBS) kann man bei der zuständigen Kommune beantragen. In Düsseldorf ist dafür das Amt für Wohnungswesen zuständig. Der WBS wird für ein Jahr ausgestellt. Wird innerhalb dieses Zeitraums eine Sozialwohnung vermittelt, muss der Schein nicht wieder neu beantragt werden. Er gilt bis zum Ende des Mietverhältnisses.

Wer hat Anspruch auf eine geförderte Wohnung?

Die folgenden Voraussetzungen gelten für dir Erteilung eines Wohnungsberechtigungsscheins (WBS):

  • Fester Wohnsitz in Deutschland oder Besitz einer gültigen Aufenthaltsgenehmigung für mindestens ein Jahr.
  • Der Antrag kann nur von Volljährigen gestellt werden.
  • Das Haushaltseinkommen darf nicht über der Einkommensgrenze liegen.

Besonders der letzte Punkt sorgt bei der Stellung des Antrags immer wieder für Schwierigkeiten. Zwar gibt es festgelegte Einkommensgrenzen (Jahresbruttoeinkommen), jedoch werden zahlreiche Kostenpauschalen, Freibeträge und individuelle Besonderheiten berücksichtigt, welche für die Antragstellenden nicht immer ersichtlich sind.

Seit kurzem hat die Stadt Düsseldorf einen WBS-Chancenprüfer veröffentlicht, der auf Basis der gemachten Angaben die Möglichkeit für einen Wohnberechtigungsschein berechnet. Jedoch sind die Ergebnisse unverbindlich und dienen nur der Orientierung. Es ist auf jeden Fall ratsam, den Kontakt zum Wohnungsamt aufzunehmen und sich bei der Antragstellung unterstützen zu lassen.

Eine Exkursion ins Ahrtal – Teil 2

Die zweite Reise an die Ahr am darauffolgenden Wochenende vom 16. bis 17. Oktober von Anita und Tochter Samira brachten noch mal ganz andere Eindrücke vom Ahrtal. Wieder folgten tausende Wanderinnen und Wanderer dem Aufruf „Wandern für den Wiederaufbau“.

Unsere Anreise nach Dernau mit dem Schienenersatzverkehrs-Bus (SEV) ging über die abgebrochene, unterspülte und teilweise nur einspurige Straße. Hinter dem Museum Römervilla wurden die Flutschäden massiv sichtbar. Die Schienen der Ahrtalbahn abgebrochen, das Gleisbett weggespült, abgebrochene Häuser und große Lücken, in denen die Häuser fehlten.

In Dernau gab es nur ein offenes Lokal, der etwas höher gelegene Hofgarten vom berühmten Weingut Meyer-Näkel. Hundert Meter vor dem Hofgarten endete das Wasser.

Beim Gang durch die Straßen von Dernau, sahen wir die vielen beschädigten Häuser. Unser Lieblingslokal und das vieler anderer WandererInnen Im Burggarten, das ich seit 20 Jahren besuche, haben wir beim Vorbeigehen zunächst nicht wieder erkannt. Ein Teil des Anwesens wurde abgerissen, die anderen Gebäude sind nicht bewohnbar. Die Besitzerin lud uns zum Kaffee im Hof ein.

Dort bekam ich auch Kontakt zu einer Besucherin. Die erzählte von einer großen Spendenaktion: Das 5 Euro Haus. Familien werden dadurch möglichst direkt und regelmäßig unterstützt, um ihr Haus wieder aufbauen zu können. Ich möchte euch bitten, wenn möglich euch auch daran zu beteiligen.

Nach diesen sehr emotionalen Begegnungen und Eindrücken wanderten wir auf den steilen Rotwein-Wanderweg, der Jahr für Jahr im Herbst durch seine Farbenvielfalt beeindruckt.. Dort gab es immer wieder Weinstände der Ahrwinzer, die eifrig besucht wurden. Die Stimmung war hier sehr fröhlich.

Wer gerne mehr wissen oder spenden möchte, kann mich gerne ansprechen. Zum Beispiel auf das hier abgebildete gelbe Armbändchen, das mit einer Spende von 5 Euro die Johanniter unterstützt, die im Juli viele Menschen gerettet haben.
Anita Franken-Khadraoui

Eine Exkursion ins Ahrtal – Teil 1

Bei schönstem Herbstwetter mit viel Sonnenschein machten Brigitte und Anita am 10. Oktober, einem schönen Herbstsonntag, einen Ausflug ins Ahrtal zum Rotweinwanderweg. Diese Idee hatten allerdings nach einem Aufruf im Internet, den Tourismus im Ahrtal zu unterstützen, auch jede Menge anderer WanderInnen.

Unsere erste „Aktion“ zur Einstimmung war natürlich der Besuch im Altenwegshof – ein Restaurant, das aufgrund seiner Terrassenlage nicht unmittelbar von der Flut betroffen ist. Dabei durfte ein Gläschen Spätburgunder selbstverständlich nicht fehlen.

Nach einem leckeren Imbiss ging es dann durch die Weinberge mit Blick auf Dernau. An vielen Reben hingen noch blaue Trauben in allen möglichen Schattierungen; das Weinlaub färbte sich langsam rot und ließ erahnen, wie farbenfroh es in den nächsten zwei bis drei Wochen aussehen wird. Das wäre sicher noch mal einen Ausflug wert!?

Nicht nur ein Wermutstropfen, sondern dramatisch war der Blick von oben aufs Ahrtal mit all den Zerstörungen, die die Flut hinterlassen hat. Straßen, Eisenbahnlinien, Brücken, ganze Häuser sind der Verwüstung zum Opfer gefallen., ein wahrhaft deprimierender Anblick. Umso erfreulicher, immer wieder Menschen zu begegnen, die in der Region leben und sich nicht unterkriegen lassen wollen.

So legten wir voller Zuversicht auf dem Rückweg noch eine kleine Rast im Weingut Försterhof ein, und tätigten auch noch ein paar Einkäufe, natürlich nicht nur zur Unterstützung der heimischen Winzer.
Ein schöner Tag ging zu Ende!

Wiggies bei der Demo „Black Lifes Matter“ in Düsseldorf

Wieder einmal beteiligten sich Vereinsmitglieder am 6. Juni 2020 an einer großen und eindrucksvollen politischen Demonstration. Während bei anderen Ereignissen dieser Art die Stimmung oftmals durch positiv-freudiges Engagement für eine „große, gute Sache“ gekennzeichnet ist, war der Auslöser diesmal leider das traurige, bedrückende Schicksal des Afroamerikaners George Floyd, der wenige Tage vorher im Zuge seiner Verhaftung wegen eines mutmaßlichen Bagatelldelikts von einem Polizisten gewaltsam erstickt worden war. Dieses Einzelschicksal steht in einer unerträglich langen Reihe von rassistisch geprägten Gewalttaten weißer amerikanischer Polizisten und löste massenhafte Proteste in den USA und weltweit aus.

So auch in Düsseldorf. Hatten die jungen Veranstalter*innen bei ihren Aufrufen noch von 2000 erwarteten Teilnehmer*innen gesprochen, so war schon zum Auftakt am DGB-Haus auf der Friedrich-Ebert-Straße klar, dass dies bei weitem übertroffen werden würde. Der Demonstrationszug füllte die Straßenraum vom Bahnhof bis zur Oststraße vollständig aus. Wegen der Infektionshygiene formierte man sich in Zehnerreihen mit genügend Sicherheitsabstand. Dann knieten alle zur Schweigeminute nieder, wie es der afroamerikanische Footballprofi Colin Kaepernick als Geste gegen Rassismus beim Abspielen der amerikanischen Nationalhymne vor dem Wettkampf vorgemacht hatte.

Als sich die Menschenmenge dann in Richtung Kö in Bewegung setzte, schallten durch die Gesichtsmasken bald auch lautstarke Sprechchöre junger engagierter Demonstrant*innen, obwohl es eigentlich eine stille Demo sein sollte. Schließlich sammelten sich auf den Wiesen vor dem Landtag bis zu 20.000 Menschen zur Abschlusskundgebung! Wir fanden ein ruhigeres Eckchen für uns. Kaum zu fassen, wie immer noch mehr kamen, als wir gegen Ende der Veranstaltung bereits auf der Rheinpromenade nach Hause spazierten. Trotz einiger leichter „Corona-Gewissensbisse“ in der darauffolgenden Nacht war es für uns Wiggies Peter, Linde, Günter, Heide, Ulrich, Cornelie und Sylvia mit ihren Freud*innen und Begleiter*innen eine ergreifende, trotz allem disziplinierte und eindrucksvolle Manifestation des Miteinanders gegen rassistische Ausgrenzung und Unterdrückung.

Wohnen in Gemeinschaft – Leben auf der Ulmer Höh´e. V.