Allein mit Damen zu Besuch auf der ehemaligen Nato-Raketenstation Hombroich

von Peter Baaken

Vier Wiggies (Wanda, Waltraud, Ribanna und Peter) haben am Antikriegstag am 1. September 2019, kurzfristig gemeinsam und bei trockenem Wetter, die ehemalige Nato-Raketenstation Hombroich besucht.

Bei unserem Besuch konnten wir die meisten Gebäude nur von außen betrachten. Manche Gebäude sind schwer zu erreichen. Viele Wege sind mit dem Rollstuhl nicht ohne Hilfe befahrbar. Davon haben wir uns aber nicht entmutigen lassen. Wir haben zunächst das Cafe Biemel besucht und uns erst mal mit Getränken gestärkt. Danach ging es los mit unserem Spaziergang. Hier ist eine kleine Auswahl der Skulpturen und Gebäude, die wir von außen gesehen haben (siehe bitte auch Link unten):

  • Stahlkochen ist Kunst – Stahlplastik von Anatol Herzfeld
  • Turmgebäude – Ehemalige Nato Gebäude; heute Thomas Kling Archiv, Institut für Dichtung
  • Tilapia v. Katsushito Nishikawa – Beton und Edelstahl
  • Gästehaus Kloster

Leider konnten wir den dort vorhandenen Klostergarten nicht besichtigen. Er war während unseres Besuchs geschlossen.

Wir haben dann einen kleinen Abstecher zu den drei Kapellen in das Kirkeby Feld gemacht. Drei Kapellen (2003) sind ein vom dänischen Maler und Bildhauer Per Kirkeby konzipiertes Ensemble begehbarer Backstein-Skulpturen. Eine der Kapellen ist Per Kirkeby gewidmet, eine weitere zeigt die Fotoinstallation “Sonnenstand (1991)” von Ursula Schulz-Dornburg und in der dritten Kapelle werden mit der Ausstellung “Bruno Goller und Positionen zeitgenössischer Künstler” Einblicke in die Sammlung Kahmen möglich.

Das Highlight des Tages haben wir aber außerhalb der ehemaligen Nato- Raketenstation erlebt. Der Autor dieses Artikels hat aus einiger Entfernung ein Schild entdeckt und wollte wissen, was sich dahinter verbirgt. Wir sind also wenige hundert Meter weiter gegangen bzw. weiter gerollt und sind am “Feld-Haus – Museum für populäre Druckgrafik” angekommen. Ein aufmerksamer und sehr hilfsbereiter Mitarbeiter hat eine mobile Rampe vor dem Eingang aufgebaut. So konnten wir alle in das Museum gelangen. Er hat uns ausführlich erklärt, was Besucher dort sehen und erleben können (siehe bitte auch Link unten). Ein Besuch ist sehr empfehlenswert!

Zum Abschluss unseres Besuchs sind wir zum Cafe Biemel zurückgekehrt um ein Foto zu schießen. Ein freundlicher Herr hat uns dabei unterstützt.

Hier noch ein paar Hintergrundinformationen für Interessierte:

Ehemalige Nato-Raketenstation Hombroich
Auf der ehemaligen Nato-Raketenstation Hombroich sind nach Ihrer militärischen Nutzung, die vorhandenen Gebäude einer künstlerischen bzw. kulturellen Nutzung zugeführt worden. Für den Besucher ist aber weiterhin erkennbar, welche dieser Gebäude ursprünglich militärisch genutzt wurden. Sie prägen die dortige Landschaft. Darüber hinaus sind nach Ende des kalten Krieges, neue Gebäude, Ausstellungen und Skulpturen entstanden.Verschiedene Künstler nutzen diese Gebäude, um Ihre Werke öffentlich zeitweise zu präsentieren.

Feld-Haus-Museum für populäre Druckgrafik
Das Feld-Haus – Museum ist eine Dependance des Clemens-Sels-Museum Neuss und wurde am 21. Februar 2010 eröffnet. Die zugrunde liegende Sammlung populärer Druckgrafik wurde von der langjährigen und ehemaligen Leiterin des Clemens-Sels-Museums, Frau Dr. Irmgard Feldhaus, aufgebaut und 2006 an die Stadt Neuss übergeben.

Der Bestand setzt sich aus stark unterschiedlichen Werken aus dem 18. bis zum 20. Jahrhundert – bezogen auf Motive, Formate, Zwecke und Techniken – zusammen. Darunter befinden sich Andachtsgrafiken, Heiligen- und Bibelbilder, Bilderbögen, Freundschafts- und Glückwunschkarten, Guckkastenstücke, Wandschmuck und Ausschneidebögen sowie Spiele, Bilderbücher und Poesiealben.

Aus der über 5000 Objekte umfassenden Sammlung sind nunmehr 400 Stücke permanent ausgestellt. Das Gebäude selbst, in dem sich das Museum befindet, ist eine Architekturskulptur des dänischen Architekten und bildenden Künstlers Per Kirkeby, welches er 2007-2009 auf dem Kirkeby-Feld der Raketenstation im Kulturraum der Museumsinsel Hombroich errichtete. Die Ausstellungsgestaltung nimmt auf diesen Werkcharakter der Architektur Rücksicht und verzichtet auf Wandtexte und anderen Kommentierungen und Inszenierungen. Wechselausstellungen, Führungen und Workshops ergänzen die Dauerpräsentation.

Informationen für Menschen mit Behinderung
Das Gelände der ehemaligen Nato-Raketenstation ist sehr weitläufig und nicht barrierefrei. Das betrifft vor allem Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, Sinnesbehinderungen oder Lernschwierigkeiten. Viele Gebäude, Ausstellungen und Skulpturen sind nur mit Hilfe erreichbar und erlebbar. Ein Besuch lohnt sich dennoch, sollte aber gut vorbereitet sein. Eine oder mehrere Begleitpersonen sollten deshalb auch zur Unterstützung mitkommen. Das Cafe Biemel verfügt über einen ebenerdigen Zugang und einer rollstuhlgerechten Toilette (Ein Euro WC-Schlüssel ist erforderlich!).

Links:
Eine Übersicht über den Kulturraum Hombroich findet man hier: https://www.inselhombroich.de/de
Informationen zum Museum im Feld-Haus Museum sind hier:
http://www.clemens-sels-museum-neuss.de/de/dependancen-anfahrt.html

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