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Zweiter Ausflug zum Klostergarten und zur Raketenstation Hombroich

Da nicht alle Wiggies beim ersten Besuch am 18. Juni dabei sein konnten und von vielen eine Wiederholung gewünscht wurde, war es am Sonntag soweit. Vereinsmitglieder und Gäste trafen sich am Nachmittag beim Eingang zur Raketenstation in Hombroich. Da wir diesmal schon wussten wo der Garten und dessen etwas versteckter Eingang sind, konnte es sofort losgehen. Wie beim letzten Mal wurde wir von Evas Freundin Angela Waller begrüßt und durch und über das Labyrinth aus steinernen Wegen und fruchtbaren Beeten geführt.

Die hohe Mauer um den Klostergarten hält den dort häufig stark wehenden Wind verlässlich ab, sodass sowohl für die heimischen als auch für die vielen exotischen Kräuter und Pflanzen ein besonderes Klima entsteht. Wir konnten wieder einmal ausführlich und überaus informativ über die verschiedenen Arten und deren mögliche Anwendungen sprechen und natürlich alle Geschmacks- und Aromarichtungen direkt testen, z. B. köstliche Miniaturtomaten direkt vom Strauch, intensives Lakritzkraut oder gewöhnungsbedürftiges Essigkraut. Zwischen den vielen Pflanzen und Stauden befinden sich auch immer wieder einige Heilkräuter, teilweise mit Vergiftungspotential. Wer von uns hat schon einmal die in vielen Krimis und Schauergeschichten vorkommenden einen Stechäpfel oder Bilsenkraut in natura bewundern können?

Wer wollte, konnte zum Schluss reichlich frische Kräuter für die Küche zuhause mitnehmen. Für alle die diesmal nicht dabei sein konnten: Der Klostergartens ist immer wieder ein  Erlebnis, vor allem bei schönem Wetter wie bei diesem Besuch. Er ist noch geöffnet bis Anfang Oktober, jeweils am Sonntag von 11 bis 17 Uhr. Der Eingang liegt etwas versteckt, man muss erst um die Mauern herum gehen, um die Tür zu finden.

Dann war bei schönstem Ausflugswetter mit idealen Temperaturen erstmal eine Stärkung erforderlich. Das schon bekannte Café Meisenkaiser konnte schon seit längerem nicht mehr geöffnet werden. Dafür gibt es jetzt Ersatz in Form eines kurzfristig neu errichteten Containers. Dort ist ein Kaffee-  und Kuchenstand eingerichtet und wir konnten uns mit Kaffee und leckerem Gebäck von einer bekannten Patisserie in der Düsseldorfer Carlstadt versorgen und alles in der angenehmen Nachmittagssonne genießen. Die frisch getankte Energie reichte dann noch für die Fotoausstellung im Siza-Pavillon und das Kirkeby-Feld mit den drei Kapellen.

Im Siza Pavillon war es die letzte Gelegenheit den ersten Teil der zweiteiligen Ausstellung der Sammlung Kahmen zu sehen. Der Kunsthistoriker und Sammler Volker Kahmen lebte und arbeitete im Rosa Haus auf der Insel Hombroich. Sein Grundlagenwerk „Fotografie als Kunst“ erschien 1973. Der Großteil seiner fotografischen Sammlung wurde 1984 vom Ghetty-Museum (Los Angeles) erworben, bis auf wenige Stücke, von denen er nicht bereit war, sich zu trennen. Sie bilden den Grundstock der Sammlung Khamen. Unter dem Thema Fotografische Inkunabeln aus der Sammlung Kahmen I+II wurden Höhepunkte der Fotografiegeschichte von der historischen Fotografie bis heute gezeigt, darunter auch fotografische Arbeiten bildender Künstler, die dieses Medium gelegentlich genutzt haben. Der zweite Teil startet dann am 9. September 2017.

Zehn Minuten entfernt auf dem Fußweg zwischen der Raketenstation und dem Museum Insel Hombroich liegt das Kirkeby-Feld mit den drei von dem Maler und Bildhauer Per Kirkeby konzipieren Backstein-Kapellen. Eine davon zeigt Werke von Kirkeby, in einer weiteren ist die beeindruckende Fotoinstallation Sonnenstand von Ursula Schulz-Dornberg zu sehen, in der dritten Kapelle die Ausstellung „Bruno Goller und Positionen zeitgenössischer Künstler“.

Zum Abschluss und fast schon als Abendessen, es war nämlich mittlerweile sechs Uhr, gab es sehr leckere gebackene Krabben und Bananenbrot von Ybanamie. Dazu von Eva Apfelwein aus Frankfurt – natürlich alkoholfrei wegen der Autofahrer.

Was wir nicht geschafft haben:  Einen der immer wieder lohnenswerten Abstecher in das Museum Insel Hombroich – einem echten Highlight der Region und zu allen Jahreszeiten ein besonderes Landschafts- und Kunsterlebnis, besonders aber jetzt mit der unvergleichlichen Spätsommer-aber-noch-nicht-Herbst-Stimmung.

Alle waren sich einig: Das war ein gelungener Nachmittag, mehr davon!

Weitere Links:
Traumpfade der Welt, Klostergarten Hombroich
LernCafé, Impressionen aus Hombroich

Besuch des Klostergartens auf der Raketenstation in Hombroich

Am 18. Juni haben Vereinsmitglieder und Gäste bei hochsommerlichen Temperaturen wieder einen Ausflug zur Raketenstation in Hombroich gemacht und gemeinsam den Klostergarten besucht. Nachdem alle Teilnehmer das etwas versteckt liegende und von zwei Metern hohen Mauern umgebene Areal gefunden hatten, begrüßte uns Angela Waller, die seit vielen Jahren den Klostergarten betreut. Sie startete mit der überaus interessanten Führung auf den labyrinthartigen Wegen entlang der Beetreihen mit den unterschiedlichsten Kräuter-, Obst und Gemüsesorten, die hier innerhalb der geschützten Mauern kultiviert werden.

Bild: Stiftung Insel Hombroich

Die gesamte Anlage folgt der Tradition alter Klostergärten. Die innere Ordnung geht zurück auf einen Holzschnitt von Matteo Silvaggi aus dem Jahr 1542: „Labyrinthus Mundani amoris (Labyrinth der Weltliebe)“. Wir konnten verschiedene Salatsorten und probieren und Kräuter erriechen. Der Garten ist nur zu bestimmten Zeiten zugänglich. Ernten dürfen dort nur die Mitarbeiter und Bewohner des Gästehauses, die einen Schlüssel haben.

Nach der Führung ging es bei großer Hitze weiter zum Café Meisenkaiser, das leider aufgrund technischer Probleme in der Küche geschlossen war. Da dies vorher bekannt war, wurde aus dem geplanten Cafébesuch kurzerhand ein Picknick mit mitgebrachtem Kaffee und selbstgebackenem Kuchen.

Für Interessierte: Der Klostergarten ist geöffnet von Mai bis Oktober, sonntags, 11 Uhr bis 17 Uhr. Eine Wiederholung des Ausfluges wäre beispielsweise am 20. August möglich. Dieser Sonntag wäre auch der letzte Tag, um die Fotoausstellung der Sammlung Kahmen im Siza Pavillon anzuschauen.

Weitere Links:
Traumpfade der Welt, Klostergarten Hombroich
LernCafé, Impressionen aus Hombroich

Richard Deacon in der Langen Foundation in Neuss

Von Peter Baaken

Am 3. Dezember haben fünfzehn Vereinsmitglieder und Gäste gemeinsam die Ausstellung von Richard Deacon in der Langen Foundation auf der Raketenstation in Neuss besucht.

 Die Nato hatte die Raketenstation von 1967 bis 1990 zur Flugabwehr im Kalten Krieg genutzt. Dort lagerten Spreng-Köpfe für Cruise Missiles und Pershing-Raketen. img_6374_bbDie Friedensbewegung zeigte dort ihren vielfältigen Widerstand gegen die Stationierung, vor allem durch friedliche Sitzblockaden. Heide hatte dazu eine Mappe mit bewegenden Bildern zusammengestellt. 1992/93 wurde die Einrichtung im Zuge der Abrüstungsabkommen zwischen den NATO-Staaten und der damaligen UDSSR stillgelegt. Das Gelände wurde danach behutsam rekultiviert. Dabei sollte die Geschichte des Ortes nicht ausgelöscht werden, sondern ein neues Gesicht und eine neue Bestimmung bekommen.

Direkt neben diesem geschichtsträchtigen Gelände wurde das beeindruckende Ausstellungshaus der Langen Foundation errichtet. Der japanische Architekt Tadao Ando passte in seinem Entwurf das Gebäude in die topografischen Gegebenheiten der umlaufenden Wälle ein. Dort läuft derzeit die Ausstellung „On the Other Side“ von Richard Deacon. Der Engländer Richard Deacon zählt zu den führenden Vertretern der zeitgenössischen Skulptur.

Nachdem uns Linde und Robert begrüßt haben, stellten uns die bildenden Künstler Katharina und Christian im Rahmen einer Führung eindrucksvoll die Arbeit und das Schaffen von Richard Deacon vor. Kennzeichen seiner Arbeit sind dynamische, abstrakte Formen und die große Vielfalt an Materialien.img_6369_b_07

Zwischendurch haben unsere Vereinsmitglieder Ruth und Uli uns mit leckeren Plätzchen erfreut bzw. interessante Fotos gemacht. Danach folgte noch eine Abstecher in die neue, von Thomas Schütte entworfene und betriebene Skulpturenhalle in der ebenfalls Arbeiten von Richard Deacon gezeigt werden.

img_6376_b_07 Der Abschluss unseres Ausflugs bildete der Besuch im kleinen Café Meisenkaiser. Es liegt auch auf dem Gelände der Raketenstation. Bei leckerem Kaffee und Kuchen (Suppe gab es auch!) sowie anregenden Gesprächen ging ein Ausflug zu Ende, der uns eine interessante Begegnung mit Kunst, Architektur, Natur und Geschichte sowie Gespräche untereinander ermöglicht hat.

img_6418_b_07Die Stimmung war gelöst. Es herrschte typisch niederrheinisches Wetter. Es war zwar zwischendurch sonnig, aber vor allem nebelig und frostig. Es lag ein morbider Charme über dieser niederrheinischen Landschaft. Viele der Teilnehmer haben den Wunsch geäußert im Frühjahr bzw. Sommer erneut die Raketenstation zu besuchen, um die außergewöhnliche Architektur, Kunst und Geschichte in Verbindung mit der besonderen Landschaftin einer anderen Jahreszeit zu erleben.